Nov 182014
 

Im Norden fand der diesjährige weltweite Antidekubitustag bereits am 13. November und nicht am 20. November statt. Die Erklärung dafür ist einfach.

Vorstand und Beirat des Wundnetz Kiel e.V. hatten beschlossen die Menschen im hohen Norden auf diesen Tag aufmerksam zu machen. Dieses wollten wir dort machen, wo sich viele Menschen aufhalten. Unbestritten ist das in einem großen Einkaufszentrum der Fall. Da am 20. November dort bereits die Weihnachtsdekoration aufgebaut werden sollte, kam der Vorschlag vom Management des City-Parks ob wir unser Vorhaben nicht eine Woche vorziehen können? Dem Vorschlag sind glatt gefolgt, somit waren wir der Zeit eine Woche voraus.

Im Rahmenprogramm, welches in den Kieler Nachrichten veröffentlich wurde, war folgender Tagesablauf geplant, vormittags 11.00 Uhr bis zum Abend praktische Übungen und Erläuterungen zur Dekubitusprophylaxe durch Pflegefachkräfte der Familialen Pflege des Städtischen Krankenhaus Kiel, Mitgliedern der ICW und des Wundnetzes Kiel e.V. und am Abend war eine Vortragserie von Kostenträger und Pflegefachkräften geplant.


Mit vielen fleißigen Helfern wurde unser Vorhaben dann am 13. November durchgeführt.

Ein Pflegebett wurde aufgestellt, Lagerungshilfsmittel, Mobilisationshilfsmittel und ein Rollstuhl wurden von unserem Mitglied, dem GZL (Gesundheitszentrum am Löwen), bereitgestellt.

Interessierte Passanten stellten Fragen, ließen sich pflegerische Probleme bei der Mobilisation und durchzuführende Lagerungsmaßnahmen zeigen und erklären. Auch besuchten uns vor Ort Kolleginnen und Kollegen aus Kliniken, Heimen und ambulanten Einrichtungen. Unter den Kolleginnen und Kollegen, aber auch den Passenten fand ein reger Erfahrungsaustausch statt.

214Beim „Kollegen Hugo“ (siehe rechts) aus dem Städtischen Krankenhaus konnten die prägnanten Gefährdungsbereiche für den Dekubitus sehr schön erläutert werden.

Die interessanten Vorträge der Abendveranstaltung waren leider weniger besucht. Herr Hampel-Kalthoff, Orgamed Dortmund, hat mit viel Kompetenz auf die Belastungen von Pflegenden Angehörigen hingewiesen und Lösungsansätze aufgezeigt, wie diese Belastungen reduziert werden können. Eindrucksvoll hat er auf den „grössten Pflegedienst“ des Landes, die pflegenden Angehörigen, hingewiesen.

Frau Agor von der Knappschaftkrankenkasse hat sehr kompetent und für Laien verständlich die Rolle der Krankenkassen dargestellt. Kosten der Wundversorgung gesamt und im speziellen bei der Versorgung von Dekubitalgeschwüren wurden dargestellt. Auch die Hilfsmöglichkeiten der Gesetzlichen Krankenkassen für Pflegende Angehörige wurde erläutert.

Der Antidekubitustag in Kiel wurde von den Pflegefachkräften gelebt. Die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen haben ihre Fachkompetenz eingebracht und waren mit Herzblut bei der Sache.

Die Passanten waren zurückhaltend, bei Ansprache aber durchaus interessiert. Die Organisatoren waren mit der Veranstaltung sehr zufrieden und freuen sich auf den nächsten Antidekubitustag in Kiel. (Manfred Winkler)

Hier einige weitere Eindrücke vom Antidekubitus-Tag.