Das sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) zur Vermeidung postoperativer Wundinfektionen wird ab 2026 nicht fortgeführt. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) noch im Dezember 2025 offiziell beschlossen.
Hintergrund: Das QS-Verfahren Wundinfektionen
Das Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“ (QS WI) war 2017 gestartet worden, um die Wundinfektionsraten nach chirurgischen Eingriffen zu überwachen und zu senken. Seit Beginn der Erprobung gab es jedoch kontinuierliche Umsetzungsprobleme, die zu mehrfachen Verlängerungen der Testphase führten. Auch das IQTIG konnte zuletzt keine belastbaren Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Verfahrens vorlegen.
Warum wird das Verfahren eingestellt?
Der G-BA begründet die Einstellung mit zwei zentralen Faktoren:
Gute Wundinfektionsraten: Die Daten zeigen, dass die Wundinfektionsraten im vertragsärztlichen Bereich bereits sehr niedrig sind – unter einem Promille.
Schlechtes Aufwand-Nutzen-Verhältnis: Der bürokratische Aufwand für die Dokumentation und Meldung von Wundinfektionen stand in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Patientenversorgung.
KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner betont: „Jetzt zeigen sich endlich Erfolge. Zwei QS-Verfahren mit vertragsärztlicher Beteiligung, bei denen die KBV schon lange das Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen kritisiert, werden beendet beziehungsweise ausgesetzt.“
Was bedeutet das für operierende Ärzte?
Dokumentationspflicht entfällt: Alle laufenden QS-Maßnahmen im Rahmen des QS-Verfahrens Wundinfektionen wurden zum Jahresende 2025 eingestellt.
Rückmeldeberichte: Operierende Ärzte erhalten letztmalig Rückmeldeberichte für das Erfassungsjahr 2024.
Keine Einreichung 2026: Die ursprünglich für Anfang 2026 geplante Einreichung der Dokumentation entfällt!
Für Chirurgen und operative Vertragsärzte bedeutet die Einstellung des QS-Verfahrens vor allem eine Entlastung bei der administrativen Dokumentation. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung, dass die postoperative Wundinfektion unter modernen chirurgischen Standards selten geworden ist.
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Praxisnachrichten, 18.12.2026



