Mrz 012016
 
Hauttumoren in chronischen Wunden

Dr. med. Thomas Horn beim Wundnetz Kiel. ©WN

Wundbilder, die Frage: „Was ist das?“ und Gefühle von Betroffenheit

Zur 20. Veranstaltung des Wundnetzes Kiel trafen sich am 10. Februar 2016 im Atlantic Hotel über 80 Teilnehmer – die höchste Anzahl von Zuhörern seit Bestehen des Wundnetzes. Was veranlasste also so viele Menschen trotz „Schietwetter“ und Grippewelle teilweise sehr weite Wege auf sich zu nehmen? Es war das spannende Thema „Hauttumore in chronischen Wunden“, das Pflegende und Ärzte an diesem Abend zusammenführte.

Dr. med. Thomas Horn, leitender Oberarzt der Dermatologischen Klinik im Helios Klinikum in Krefeld, sensibilisierte die Teilnehmer zunächst mit einigen Wundbildern und der Frage: „Was ist das?“. Das Gefühl, Wunden sicher beurteilen zu können, war selbst bei denen schnell dahin, die sich täglich mit der Versorgung chronischer Wunden beschäftigen. Das sichere Erkennen einer Tumorwunde stellte sich als schwierig heraus.


Tumore werden statistisch gesehen unter 1% diagnostiziert. Was macht die Diagnose so schwer? Es ist die Vielfalt und Komplexität der Anzeichen, die eine standardisierte Herangehensweise erschwert. Dr. Horn gab in diesem Zusammenhang wertvolle fotodokumentierte Hinweise, worauf geachtet werden sollte:

  • Ist die Lokalisation der Wunde untypisch?
  • Wie schnell nimmt die Größe zu?
  • Sind untypische Charakteristika zu entdecken? (Kommt es uns komisch vor?)
  • Wie lange besteht die Wunde schon?
  • Stagniert die Wunde in der Granulationsphase immer wieder?
  • Sind Pigmentfetzen zu erkennen?
  • Wie sieht der Wundrand aus? Wulstig? Verfärbt?

Horns wichtige Hinweise:

„Misstrauen Sie den Dingen, die Ihnen komisch vorkommen.“

„Vertrauen Sie Ihrer Intuition! Machen Sie auf jeden Fall eine Biopsie. Wir haben keine Zeit zu verlieren!“

Es stellte sich heraus, dass Wunden oft viel zu schnell beurteilt werden. In der Nachbetrachtung war dementsprechend bei vielen Teilnehmern Betroffenheit herauszuhören. Horns Fazit:

„Nur eine richtige Diagnose lässt die Chance auf eine richtige Behandlung zu.“

Hintergrundinformationen

Der Referent Dr. med. Thomas Horn arbeitet als leitender Oberarzt der Dermatologischen Klinik im Helios Klinikum in Krefeld, einem Zentrum für Wundbehandlung. Aufgrund der beständig anwachsenden Zahl von Hauttumoren spezialisierte man sich hier auf die Dermatoonkologie. Sie umfasst die malignen Lymphome der Haut, das maligne Melanom und den sogenannten weißen Hautkrebs (Basaliome und Plattenepithelkarzinome).

Präsentation von Dr. Horn: →Download (PDF)