Wundnetzveranstaltung: „HIV – Besonderheiten im Wundmanagement“

28.12.2018 | Wundnetzveranstaltung

Der Referent wird beschenkt.

Der Referent wird beschenkt…

Am 21.11.2018 kamen die Mitglieder des Wundnetzes Kiel zur dritten und letzten Veranstaltung des Jahres 2018 im Kieler Atlantic Hotel zusammen. Es erwartete sie ein spannender, kurzweiliger Beitrag zum Thema „HIV – Besonderheiten im Wundmanagement“. Der Referent, Herr Wierz, beschäftigt sich als Gesundheits- und Krankenpfleger seit vielen Jahren mit diesem Thema.

HIV-Fakten

Seit der ersten offiziellen Diagnose der Krankheit Anfang der 1980er Jahre hat sich viel getan. HIV ist zwar nach wie vor nicht heilbar. Durch eine gute medikamentöse Therapie ist es jedoch möglich, die Krankheit so zu behandeln, dass Betroffene keine wesentlichen Einschränkungen im täglichen Leben haben und die Lebenserwartung durch HIV nicht sinkt. Ein paar Fakten (12/2016):

  • 88.400 Personen mit HIV
  • Davon ca. 12.700 Personen ohne Diagnose
  • Neu-Diagnosen 2016: 3.100 Personen
  • 64.900 Personen unter HIV Therapie

Die HIV-Therapie

Im Rahmen der Behandlung ist die Mitarbeit der Betroffenen ausschlaggebend. Eine dauerhafte und regelmäßige Einnahme der Medikamente ist essentiell für eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit. Ziele der Behandlung sind eine Reduktion der Virusvermehrung und eine Stabilisierung der immunologischen Situation. Bei erfolgreicher Behandlung sind die Patienten sexuell nicht mehr infektiös und können ein beschwerdefreies, „normal“ langes Leben führen. Aufgrund eines erhöhten Risikos für onkologische, kardiovaskuläre und psychische Erkrankungen gehören regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und vierteljährliche Blutkontrollen zur Behandlung.

HIV und Wundbehandlung

Wenn die lokale und zentrale Abwehr geschwächt sind, kann es neben einer erhöhten Infektanfälligkeit auch zu vermehrten Hauterkrankungen und zu einer Beeinträchtigung der Gewebsgranulation kommen. Insofern nehmen eine vorliegende Immunschwäche und/oder andere Vorerkrankungen auch Einfluss auf die Wundheilung. Durch Störungen im Energiehaushalt kommt es im Weiteren zu

  • Eiweißmangel durch Virusreplikation
  • Zinkmangel
  • Mangelernährung durch erhöhten Energiebedarf (ca. 17% pro 1 Millionen Viruskopien)
  • Kachexie

Wichtig für das Wundmanagement ist insbesondere, dass die Patientin/der Patient bei der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) eine hohe Comliance zeigt. Des Weiteren sollten Immunstatus (CD4-Zellen) und Viruslast bekannt sein. Wenn nötig muss auch die Ernährungssituation optimiert werden. Wund- bzw. Sekundärinfektionen sind dringend durch geeignete Hygienemaßnahmen zu vermeiden.

HIV-Prävention

Hier sind insbesondere folgende Maßnahmen zu nennen:

  • Safer Sex
  • PEP = Post Expositions Prophylaxe = Prophylaktische Einnahme von HIV Medikamenten nach Risiko Kontakt
  • PrEP = Prä-Expositions Prophylaxe = Präventive Einnahme eines HIV Medikaments von einer HIV negativen Person zum Schutz vor Infektion mit HIV

Eines der größten Probleme für Betroffene ist nach wie vor die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Angst und ein hohes Schamgefühl sind wohl für die meisten Betroffenen die größten Einschränkungen im Alltag. Wir danken an dieser Stelle der DANEBI Organisation aus Berlin, die diesen Besuch und somit einen großartigen Vortrag ermöglicht hat.

Download: →Volker Wierz: „HIV – Kompakt 2018: Besonderheiten im Wundmanagement“


Impressionen

(WuKi-Redaktion)